Was kannst du tun, damit deine Schüler:innen eine flexible und tiefe  Atmung bekommen ?

Viele reden von Stütze. Wir reden lieber über flexible Atmung

Denn was passiert in den meisten gängigen Konzepten, die mit dem Begriff Stütze arbeiten? Der Bauch wird in irgendeiner Form festgehalten.
Oft wird er sehr bewusst nach außen geschoben oder nach innen gezogen. Beides kann zwar helfen, die Stimme lauter zu machen, einem auch das subjektive Gefühl vermitteln, stabil zu sein, ja auch mehr Luft zu haben, aber was passiert dabei mit dem Klang der Stimme?
Er wird härter und fester und die Stimme wird eher unflexibel!
Wie können wir das vermeiden und trotzdem Stabilität trainieren, die wir in der “Stütze” zu recht vermuten und suchen?
Als erstes brauchen wir flexible Bauchmuskeln, die auf die Bedürfnisse unserer Stimme reagieren und nicht umgekehrt.
 

Und dazu haben wir eine Körperübung für dich, die die Einatmung unterstützt:

Die Armhebung im 45° Winkel
Sie ist aus unserem großen Fundus der funktionalen Körper-Übungen:

  1. Hebe deine Arme während einer Einatmung schräg nach vorne bis auf Schulterebene. Die Handflächen zeigen zur Decke und du kannst deine beiden Handflächen gerade noch aus den Augenwinkeln sehen.
  2. Genieße dabei sowohl die Aktivität, die du in den Schulterblättern spüren kannst, als auch die Weitung deiner Rippen, die sich seitlich ausdehnen.
  3. Behalte diese Haltung auch während des Singens bei.
  4. Nimm wahr, wie die Bewegung deines Bauches ist. Darf er während des Singens von selbst langsam nach innen gehen?
  5. Nimm wahr, wie deine Stimme klingt.
  6. Vergleiche einmal, wie du dich fühlst und wie es klingt, wenn du zuerst ohne diese Körperübung singst und dann die gleiche Übung auf der gleichen Tonhöhe noch einmal mit der Körperübung machst. Kannst du Unterschiede wahrnehmen?
Unterrichtstipps 2 Armhebung für die Einatmung
Die 45 ° Armhebung zur Unterstützung der Einatmung und für eine flexiblere Bauchmuskulatur

Kurze Erklärung:

Wenn du zeitgleich mit der Einatmung deine Arme in diese Position hebst, wird sich dein Körper zuerst mehr in die Aufrichtung bringen. Denn deine Rippengelenke hinten an der Wirbelsäule können sich besser bewegen, wenn mehr Dehnung durch die gesamte Wirbelsäule geht. Und das, ohne dass du extra darüber nachdenken musst, wie du am besten zu einer Aufrichtung kommst.
Durch diese Armbewegung können deine Schulterblätter im Rücken seitlich auseinander gehen und geben damit dem rückwärtigen Teil deiner Lungen im Brustkorb Raum, sich zu entfalten.
Dein Zwerchfell kann im hinteren Teil mehr gesenkt werden und wenn du in dieser Aufrichtung bleiben kannst, werden deine Bauchmuskeln flexibel reagieren..

Diese Übung erlaubt dem Rücken, sich sehr aktiv an der Atmung zu beteiligen. Unseren Rücken haben wir oft bei der Atmung nicht so sehr im Fokus. Erstens weil wir ihn sehr selten sehen und weil die allerwenigsten Menschen wissen, wie aktiv er sich an der Atmung beteiligen kann. Die meisten denken bei dem Begriff Tiefatmung erst einmal an Bauchatmung, denn der Bauch ist tiefer als der obere Teil des Brustkorbs. Und bei der eher flachen Atmung, die wir im normalen Leben benutzen ist uns Aktivität im Rücken meist nicht bewusst und wir wissen zu Anfang auch nicht, wie wir den Rücken ansteuern könnten.

Da hilft uns diese Art der Armhebung rein biomechanisch, die Schulterblätter in Bewegung zu bringen und den Rippen eine Dehnung zu erlauben, die uns anzeigt, dass sich die Lungen innerhalb des Brustkorbs wirklich ausdehnen konnten.

Wenn du es ausprobiert hast oder wenn du Fragen hast, gib gern in den Kommentaren ein Feedback

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